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Skifahren im Herbst: wo jetzt schon Lifte laufen — und was dich dort erwartet

Skifahren im Herbst: wo jetzt schon Lifte laufen — und was dich dort erwartet

Die ersten Bilder kommen meist Ende September. Ein weißes Band auf einem grauen Gletscher, darüber blauer Himmel, darunter grüne Almen. Und der Gedanke: Da könnte ich doch am Samstag hin.

Kannst du. Ein paar Gebiete haben schon offen, manche fast das ganze Jahr. Nur sieht Skifahren im Oktober anders aus als im Februar. Es gibt wenige Pisten, die auf über 3.000 Metern liegen, und der Schnee ist oft hart. Daneben liegt ein Gletscher, der gerade jetzt besonders tückisch ist.

Hier steht, wo du gerade fahren kannst und was dich dort erwartet.

Skifahrer von hinten auf einem schmalen weißen Pistenband über einem Gletscher, links und rechts graues Eis und Fels, im Tal noch grüne Wiesen

Welche Skigebiete gerade offen haben

Im Herbst laufen in den Alpen fast nur Gletscherskigebiete, und dort meist nur der obere Teil. Die Tabelle zeigt den Stand laut Betreiber.

Stand: Donnerstag, 29.10.2026, 11:46 Uhr. Alle Zahlen stammen von den Betreibern und werden etwa alle vier Tage neu abgerufen. Sie ändern sich täglich — vor der Anreise zählt nur die Seite des Gebiets selbst.

Gebiet Land Pisten offen km offen Lifte offen Schnee Berg Meldung vom
Hintertuxer Gletscher AT 11 / 27 – 13 / 21 25 cm 29.10.
Stubaier Gletscher AT 7 / 29 17,3 12 / 25 20 cm 29.10.
Sölden AT 6 / 45 30,9 9 / 31 48 cm 29.10.
Kitzsteinhorn AT 6 / 28 – 13 / 23 60 cm 29.10.
Pitztaler Gletscher AT 7 / 31 19,2 7 / 13 30 cm 28.10.
Kaunertaler Gletscher AT 5 / 21 – 4 / 10 20 cm 26.10. (älter)
Zermatt – Matterhorn Glacier Paradise CH 9 – 8 – 29.10.
Saas-Fee CH 3 / 28 13,8 5 / 23 – 29.10.
Titlis Engelberg CH 2 – 5 / 11 – ohne Datum
Schnalstal IT 3 / 22 2,5 2 / 11 6 cm ohne Datum

Derzeit kein Pistenbetrieb: Kitzbühel, Mölltaler Gletscher. Fahren dort Bahnen, dann für Ausflügler, nicht für Skifahrer.

„km offen“ nur, wo der Betreiber die Länge jeder offenen Piste angibt. „Gesamt“ zählt das ganze Gebiet einschließlich der Talpisten, die im Herbst noch zu sind.

Zwei Dinge fallen in jeder Herbsttabelle auf: Die offenen Pisten sind ein kleiner Teil des Gebiets, und die Talabfahrt fehlt fast immer. Du fährst mit der Bahn hinauf und am Abend auch wieder mit der Bahn hinunter.

Wo die offenen Pisten liegen

Die Pläne sind aus den Daten von OpenStreetMap gezeichnet. Farbig sind die Pisten, die der Betreiber als offen meldet, grau ist alles, was noch zu ist. Sie werden mit der Tabelle neu erzeugt.

Pistenplan Hintertuxer Gletscher: offene Pisten farbig im oberen Gletscherbereich, alle tieferen Pisten grau
Hintertuxer Gletscher. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Pistenstatus laut Betreiber.
Pistenplan Stubaier Gletscher: offene Pisten farbig rund um die Gletscherbahnen, die Abfahrt ins Tal grau
Stubaier Gletscher. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Pistenstatus laut Betreiber.
Pistenplan Sölden: offene Pisten farbig auf Rettenbach- und Tiefenbachferner, alles Übrige grau
Sölden, Gletscherskigebiet. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Pistenstatus laut Betreiber.
Pistenplan Kitzsteinhorn: offene Pisten farbig auf dem Gletscher und bis zum Alpincenter, die Abfahrten darunter grau
Kitzsteinhorn. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Pistenstatus laut Betreiber.
Pistenplan Pitztaler Gletscher: offene Pisten farbig zwischen Mittelstation und Wildspitzbahn, Rifflsee-Gebiet grau
Pitztaler Gletscher. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Pistenstatus laut Betreiber.

Warum im Herbst fast nur Gletscher öffnen

Weil nur dort oben Schnee liegt, der den Sommer überdauert hat oder schnell neu entsteht. Bis Ende November reicht Kunstschnee allein in den meisten Gebieten nicht.

Schneekanonen arbeiten erst, wenn die sogenannte Feuchtkugeltemperatur unter null liegt, je nach Anlage etwa ab −2 °C. In diese Temperatur gehen Luftfeuchte und Lufttemperatur zusammen ein. In Tallagen ist es dafür im Oktober tagsüber meist zu warm.

Die Gletschergebiete helfen sich deshalb mit zwei Methoden:

  • Snowfarming. Im Spätwinter wird Schnee zu Depots aufgehäuft und mit Sägespänen oder Vlies abgedeckt. Laut dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF geht über den Sommer im Mittel gut ein Viertel davon verloren. Am Kitzsteinhorn übersommern laut dem Fachverband der Seilbahnen zehn solcher Depots.
  • Abdecken der Gletscher. Mehrere Tiroler Gletscherskigebiete legen im Sommer Vlies über Teile ihrer Pisten.

Beides wird knapper. Laut dem Schweizer Gletschermessnetz GLAMOS haben die Schweizer Gletscher 2026 über fünf Prozent ihres Eises verloren. Im Sommer ruhte der Skibetrieb in Zermatt und Saas-Fee wochenlang. An der Zugspitze baut die Bahn den letzten Gletscherlift ab, Deutschland hat damit faktisch kein Gletscherskigebiet mehr.

Gebiet Land höchste Bergstation
Matterhorn Glacier Paradise (Zermatt) CH 3.883 m
Saas-Fee (Mittelallalin) CH 3.456 m
Pitztaler Gletscher AT 3.440 m
Hintertuxer Gletscher AT 3.250 m
Sölden (Rettenbach-/Tiefenbachferner) AT rund 3.250 m
Schnalstal (Grawand) IT 3.212 m
Stubaier Gletscher AT rund 3.200 m
Kaunertaler Gletscher AT rund 3.110 m
Kitzsteinhorn AT 3.029 m (Gipfelbahn)
Titlis CH rund 3.000 m

Was „offen“ im Oktober wirklich heißt

„Offen“ heißt, dass mindestens eine Piste läuft. Das ganze Gebiet ist damit nicht gemeint. Für die Anreise zählt deshalb die Zahl der offenen Pisten, nicht die Zahl der Lifte.

Viele Übersichtsportale zählen offene Lifte. Im Herbst führt das in die Irre, denn auch Bahnen für Wanderer und Ausflügler zählen als offen. Wir haben das am 29. Oktober 2026 geprüft: In Kitzbühel, Saalbach und an der Planai liefen Bahnen, aber keine einzige Piste. An der Zugspitze und auf der Diavolezza fuhren nur die Ausflugsbahnen.

Drei weitere Fallen:

  • Die Meldung ist alt. Manche Betreiber aktualisieren im Herbst nur alle paar Tage. Steht kein Datum dabei, weißt du nicht, ob die Angabe von heute ist.
  • Pistenkilometer sind oft geschätzt. Viele Gebiete melden nur, welche Pisten offen sind, aber nicht, wie lang sie sind.
  • Wind schließt die oberen Bahnen. Auf über 3.000 Metern stehen Seilbahnen bei Sturm still, auch bei blauem Himmel. Mehr dazu unter Wind am Berg.

Wie sich Pisten im Herbst fahren

Rechne mit hartem, griffigem bis eisigem Schnee, schmalen Pisten und wenig Ausweichraum. Pulvertage gibt es, sie sind aber die Ausnahme.

Technischer Schnee und alter Depotschnee sind dichter als frischer Naturschnee und werden schnell hart. Bei 20 bis 60 Zentimetern Schnee am Berg, wie sie die Tabelle oft zeigt, gibt es neben der präparierten Spur kaum Reserve, auf die du ausweichen könntest.

Dazu kommt der eigene Körper. Die erste Skiwoche des Jahres ist die erste, in der Oberschenkel und Knie diese Belastung wieder spüren. Laut der Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport ist das Knie die häufigste verletzte Körperregion. Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU zählt in der Schweiz über 90 Prozent der Pistenunfälle als Selbstunfälle, also ohne andere Beteiligte.

Das spricht für kurze erste Tage. Zwei, drei Stunden reichen am Anfang, dann pausierst du, bevor die Beine müde werden.

Wenn sich alle auf wenige Pisten verteilen, gilt die Rücksicht der FIS-Regeln besonders: Abstand halten, nicht an Engstellen stehen bleiben. Wo Pisten für Renntraining abgesperrt sind, gilt die Absperrung auch für dich.

Schmale präparierte Piste auf einem Gletscher, am Rand Stangen und eine Absperrung, daneben graues Eis
Kein Raum zum Ausweichen: Im Herbst ist die Piste oft nur so breit wie die präparierte Spur.

Höhe, Kälte und Sonne

Die Bahn bringt dich ohne Pause vom Tal auf über 3.000 Meter. Das spürt dein Körper, auch wenn du nur Ski fährst.

Laut DAV ist die akute Höhenkrankheit schon ab etwa 2.500 Metern möglich. Bei einem Skitag kommt es selten so weit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und schnellere Erschöpfung sind aber häufig. Trink ausreichend und geh die erste Abfahrt ruhig an. Wenn der Kopf nicht besser wird, fährst du ab. Mehr dazu unter Höhenkrankheit und Akklimatisierung.

Laut Bundesamt für Strahlenschutz nimmt die UV-Strahlung mit jedem 1.000 Meter Höhe um etwa zehn Prozent zu. Frischer Schnee wirft je nach Quelle 80 bis 90 Prozent davon zurück. Sonnenbrille oder Skibrille mit UV-Schutz und Sonnencreme gehören auch an einem kalten Tag dazu.

Wind macht die Kälte schärfer. Auf dem Gletscher kann es auch dann sehr kalt sein, wenn das Thermometer im Tal zweistellige Plusgrade zeigt. Eine zweite Schicht und Handschuhe zum Wechseln wiegen wenig.

Neben der Piste: warum der Gletscher jetzt besonders gefährlich ist

Im Frühwinter liegen Gletscherspalten unter frischem Schnee, aber es gibt noch keine tragfähigen Schneebrücken. Genau das macht den Gletscher neben der Piste im Herbst gefährlicher als im Hochwinter.

Der DAV nennt ausdrücklich die früh öffnenden Gletscherskigebiete. Ein paar Zentimeter Neuschnee verlocken zur ersten Spur neben der Piste. Unter der weißen Fläche kann eine Spalte liegen, die nur zugeweht und nicht überbrückt ist.

Dazu kommt die Lawinengefahr. Der tägliche Lawinenlagebericht startet meist erst Ende November oder Anfang Dezember, in der Schweiz teils früher. Solange keiner erscheint, heißt das nicht, dass keine Gefahr besteht. Auch frischer Triebschnee in steilen Schattenhängen kann im Oktober abgehen.

Die Pistensicherung des Betreibers endet am Pistenrand. In Österreich gilt sie für den sogenannten organisierten Skiraum, in der Schweiz ist das freie Gelände nach den Richtlinien der Branche ausdrücklich nicht gesichert.

Die Regel für den Herbst ist deshalb einfach: Am Gletscher bleibst du auf der markierten Piste. Wer abseits fahren will, braucht Ausbildung, Seil, Gurt und LVS-Ausrüstung, und das gehört in einen anderen Beitrag.

Gletscher neben einer markierten Piste, dünner Neuschnee überdeckt eine schmale Spalte, im Hintergrund Pistenstangen
Weiß heißt nicht tragfähig: Im Herbst ist eine Spalte oft nur zugeweht.

Planen: worauf du vor der Fahrt achtest

Herbstskifahren ist kurzfristig, weil Wetter, Wind und Schnee am Gletscher von Tag zu Tag entscheiden. Plane mit einem Ausweichtag und prüf am Morgen.

  • Pistenbericht des Betreibers am Morgen prüfen, nicht am Vorabend
  • Windprognose für die Gipfelhöhe ansehen, nicht die für das Tal
  • Letzte Talfahrt notieren. Im Herbst fährt sie früh, und eine Talabfahrt auf Ski gibt es meist nicht. Mehr dazu unter Die letzte Bahn.
  • Notrufnummern speichern: 112 überall, 140 in Österreich, 1414 in der Schweiz (im Wallis 144). Mehr dazu unter Notruf am Berg.
  • In Italien, also auch im Schnalstal: Helmpflicht für alle seit 1. November 2025, Haftpflichtversicherung ist ebenfalls Pflicht
  • Bindung einstellen lassen, bevor du die Saison eröffnest

Zu den Preisen: Manche Gletscher, etwa Sölden, verkaufen im Herbst günstigere Tageskarten als in der Hauptsaison. Saisonkarten gibt es oft im Vorverkauf billiger. Was gerade gilt, steht nur beim Gebiet selbst.

Wann die anderen Skigebiete öffnen

Die meisten großen Skigebiete starten zwischen Ende November und Mitte Dezember, je nach Schnee. Laut Österreich Werbung öffnen in Österreich zuerst die hohen Gebiete wie Obergurgl und Obertauern, zuletzt die tiefer gelegenen.

In Deutschland ist die Zugspitze seit dem Rückbau des Gletscherlifts ein reines Naturschneegebiet und öffnet erst, wenn genug Schnee gefallen ist. Die übrigen bayerischen Gebiete planen ihren Start laut eigenen Angaben ab Ende November. Bis dahin bleibt der Gletscher die einzige Wahl, und die Tabelle oben zeigt, welche Gebiete sie gerade bieten.

Häufige Fragen

Wo kann man im Oktober Ski fahren? In den Alpen fast nur auf Gletschern, in Österreich zum Beispiel in Hintertux, im Stubai, in Sölden, am Kitzsteinhorn und im Pitz- und Kaunertal. In der Schweiz fährst du in Zermatt, Saas-Fee und am Titlis, in Südtirol im Schnalstal. Welche davon gerade offen sind, steht oben in der Tabelle.

Welches Skigebiet hat das ganze Jahr offen? Hintertux bewirbt Ganzjahresbetrieb, und am Matterhorn Glacier Paradise in Zermatt ist Gletscherskifahren grundsätzlich ganzjährig möglich. In heißen Sommern wird der Gletscherbetrieb aber unterbrochen: Zermatt pausierte im August 2026 mehrere Wochen.

Lohnt sich Skifahren im Herbst? Wenn du die Saison früh anfangen, trainieren oder die Ausrüstung testen willst, ja. Du findest dann wenige Pisten, harten Schnee und große Höhe, aber keinen Pulver-Urlaub. Für eine ganze Woche Skiurlaub ist der Dezember die sicherere Wahl.

Kann ich im Herbst neben der Piste fahren? Auf einem Gletscher solltest du das nicht tun. Unter frischem Schnee liegen Spalten ohne tragfähige Brücken, und der tägliche Lawinenlagebericht läuft meist noch nicht.

Wie aktuell sind die Zahlen hier? Sie werden etwa alle vier Tage direkt bei den Betreibern abgerufen, und der Stand steht über der Tabelle. Für den Tag deiner Fahrt zählt nur der Pistenbericht des Gebiets selbst.

Kurz gefasst

  • Im Herbst fährst du auf dem Gletscher, und dort meist nur im oberen Teil, ohne Talabfahrt.
  • „Offen“ heißt mindestens eine Piste, nicht das ganze Gebiet. Zähl Pisten, nicht Lifte.
  • Rechne mit hartem Schnee und schmalen Pisten, und fang mit kurzen Tagen an.
  • Über 3.000 Meter sind spürbar: Kopfschmerz, Kälte und starke Sonne gehören dazu.
  • Neben der Piste ist der Gletscher jetzt am gefährlichsten, weil Spalten zugeweht, aber nicht überbrückt sind.
  • Prüf am Morgen Pistenbericht, Wind und letzte Talfahrt, nicht am Abend davor.